Die rote Gefahr

Veröffentlicht auf von Hank Moody

Seit kurzer Zeit habe ich einen Nebenjob. Nicht, dass ich es unbedingt gewollt hätte, mich zu Hause langweile oder dringend das Bedürfnis habe, unter Menschen zu sein. Es ist ein notwendiges Übel aus einer schwierigen finanziellen Situation heraus. Da kann man jeden Cent gebrauchen. Ich bin nur froh, dass sich die Tätigkeiten ergänzen. In einem Job ist mein Grips gefragt, im Anderen der Bizeps. Vielleicht mangelt es etwas an Letzterem, aber wenn ich noch eine Weile dort arbeite, wird sich das sicher ändern. Das ist sogar positiv, spart es doch das Geld fürs Fitness-Studio!

Zugegeben, es ist ne ganz schöne Schinderei und obwohl ich noch nicht lange dabei bin, hab ich schon das ein oder andere Mal gedacht, die Brocken hinzuwerfen. Über die Arbeit an sich sollte man also lieber den Mantel des Schweigens breiten. Wenigstens sind die Kollegen, oder sollte ich sagen, in der Überzahl KollegInnen nett. Anfangs noch skeptisch, weil in so einem Betrieb eine hohe Fluktuation an Pauschalkräften herrscht, aber mittlerweile erkennend, dass ich weiß, wie Arbeit aussieht, ich mich nicht davor drücke und mitdenke.

Doch was mir die Arbeit eigentlich erträglich macht, ist die kleine Rothaarige, die oft zur gleichen Zeit Dienst hat, wie ich. Im Gegensatz zu mir ist sie schon lange fest angestellt. Im Gegensatz zu mir ist sie ziemlich heiß. Lange rote Haare (Natur, nicht gefärbt!), grün-blaue Augen, Sommersprossen, schlank und ein echt knackiges Hinterteil. Sie ist inzwischen richtig nett zu mir, reißt auch mal nen Spruch oder zwinkert einfach mal mit den Augen. Was mich aber echt fertig macht, ist ihr Geruch. Verdammt, diese Frau riecht einfach sowas von gut. Keine Ahnung, ob das ihr Parfum ist oder natürlicher Körpergeruch, aber Fakt ist, es bringt mich fast um den Verstand. Sie dürfte, was auch positiv ist, so ungefähr mein Alter sein, vielleicht Plus Minus fünf Jahre, schwer zu sagen.

Eigentlich, sollte man meinen, dürfte ich in meiner Situation für so etwas, für solche Reize, gar nicht empfänglich sein. Gerade mitten in einer Trennung, die gemeinsame Vergangenheit am aufteilen, sich mit den Umständen der Trennung rumärgern, selbst auf Wohnungssuche, der Nebenjob. Aber trotzdem scheine ich als Mann noch zu funktionieren, denn ich bin durchaus empfänglich für die Reize dieser "Roten Gefahr". Wohin das führt, weiß ich nicht. So wie ich mich und mein Leben kenne, wohl wieder zu garnichts. Will sagen, dass ich ihre Nettigkeit wohlmöglich falsch deute. Ganz sicher sogar. Aber wenigstens versüßt mir ihre Anwesenheit jedes Mal den Job. So was nenn ich guten Kündigungsschutz. 

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